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Umbau 2006/2007
2008Dachgaubenvorher
Baaken200702

Vor dem Umbau 2006                                                      Nach dem Umbau 2007

Bei der Umbauphase im Dezember 2006 wurden zur Straßenseite hin drei Dachgauben und zur Rückseite des Hauses acht Dachflächenfenster in die Dachflächen eingebaut. Insbesondere die abgewalmten Dachgauben unterstreichen die Baustruktur des Bürgerhauses positiv und fügen sich harmonisch in das Gesamtbild der Dachflächen ein.

2008Dachhinten
2006Dachhinten

Vor dem Umbau 2006                                                     Nach dem Umbau 2007

Die im Jahre 1987 auf der Rückseitigen Dachfläche eingebauten Kamine für Heizung und Gastronomiebereich wurden wieder entfernt und die alte Heizungsanlage, welche im ersten Stock des Anbaus unter dem abgeschleppten Dach installiert war, wurde vollständig entfernt. Statt dessen wurde eine moderne Gasheizung im Keller integriert. Lediglich ein unauffälliges Abzugsrohr dieser Heizungsanlage verweist auf die Heizung.

Rechtsvorne2006 Rechtsvorne

Vor dem Umbau 2006                                                      Nach dem Umbau 2007

Die ursprünglich in braunbeige gehaltenen Fensterläden und Türen, sowohl im Außen- als auch im Innenbereich, wurden in den für den Niederrhein typischen, grünen und weißen Farbtönen gestrichen

Verkieselung2
VerkieselungEckpfosten
Verkieselung1

Mauerwerk zur Straßengabelung hin                         Abgefaulter Eckständer           Bohrlöcher

Im ehemaligen Gaststättenbereich wurde das feuchte Mauerwerk zur Strasse hin verkieselt. Dazu musste der Putz im unteren Wandbereich entfernt werden und in das 45 cm dicke Mauerwerk wurden 40 cm tiefe Bohrlöcher in einem Winkel von 20° und mit 21 mm Durchmesser gebohrt, in welche dann Remmers Kiesol® über Gummischläuche und Trichter eingefüllt wurde. Dadurch konnte eine Horizontalsperre erzeugt werden und somit  die Kapillarwirkung der Backsteine unterbunden werden. Zuvor waren die Wände, teilweise bis zu einer Höhe von 1 m, permanent feucht gewesen, da diese Außenwände direkt auf dem Erdreich stehen. In der Ecke zur Straßengabelung zog die Feuchtigkeit sogar bis zur Decke hoch wodurch auch die Kölner Decke bedroht war. In dieser Ecke konnte noch der Rest des ursprünglichen Ständerbalken aus der Zeit um 1611 unter dem Putz festgestellt werden, welcher bis zu einer Höhe von 50 cm von unten her weggefault war. Der permanent feuchte Untergrund wird zu jener Zeit auch der Grund gewesen sein warum das Gebäude 1750 mit Backsteinwerk umbaut worden ist.

Thekenraum2006
Thekenraum2007

Thekenraum vor Umbau 2006                                         Ehemaliger Thekenraum mit antiken Tonfliesen

In allen Räumen des ehemaligen Gaststättenbereiches wurden die vorhandenen Fliesen aus dem Jahre 1987 gegen Original-Tonfliesen aus dem 17./18. Jahrhundert, welche aus einem Kloster in der Tschechei erworben werden konnten, ausgetauscht. Gerade diese Fliesen zu bekommen, war ein besonderer Glücksfall, da sie mit 20x20x3 cm die selbe Größe und Oberflächenstruktur aufwiesen, wie jene Fliesen, welche bei einer Probegrabung im Kaminzimmer in den untersten Bodenschichten  in ca. 10 cm Tiefe nachgewiesen werden konnten.

BodenstrukturmitLegende02

Unter dieser Fliesenschicht aus dem 18. Jahrhundert befinden sich, wohl als Fundament, seitlich hoch gestellte Feldbrandsteine.

Achteckfliesen fliesesolo

Achteckfliesen um 1920                                                     Original Tonfliese aus dem Kaminzimmer

Die bei der Kernsanierung im Jahre 1986 wieder errichtete Kaminstelle wurde optisch so umgestaltet, dass diese nun einer typischen niederrheinische Herdstelle um 1800 gleicht. Dabei wurden original Herdfliesen der niederrheinischen Schwarzware des 18. Jahrhunderts mit floralen und geometrischen Mustern aus dem Raume Krefeld, Rheurdt und Waldniel verwendet. Eine Kaminplatte, datiert auf 1666, rundet das Bild ab.

Kamin2006
Kamin2007

Vor dem Umbau 2006                                                         Nach dem Umbau 2007

Im Treppenhaus wurde die 1986 eingebaute Betontreppe entfernt und dort eine Treppe aus Eichenholz im Stil des 18. Jahrhunderts eingebaut.

In den Fluren zur 1. und 2. Etage wurden ebenfalls alte Tonfliesen eingesetzt und die dort vorhandenen Türen aus furnierten Faserplatten durch alte Holztüren ersetzt.

Flur102
Flur2 Flur3

Treppenhaus vor dem Umbau         Treppenhaus nach  dem Umbau mit Eichenholztreppe

Die im Kaminzimmer vorhandene und zur Opkammer führende Betontreppe wurde ebenfalls gegen eine Eichenholztreppe ausgetauscht.

Treppe22008
Treppe22006

Vor dem Umbau 2006                                       Nach dem Umbau 2007

In den oberen Stockwerken wurden die unter Putz liegenden Fachwerkbalken soweit möglich wieder freigelegt, so dass auch die Verzapfung der Bundbalken wieder sichtbar wurde.

Zapfen
Flur2neu
FreigelegterBundbalken Ausbau2008

Abschließend wurden die Dachböden des Hauptgebäudes, welches wohl um 1725 entstanden ist, sowie des älteren Nebengebäudes, dass wohl noch vor 1600 entstand, komplett isoliert und ausgebaut, um den dort bereits durch Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogenen Dachstuhl aus Eichenbalken zu schützen. Dendrochronologische Kern-bohrungen aus dem dem Dachstuhl des älteren Gebäudes ergaben, dass die Balken von Eichen stammen, welche im Zeitraum 1682-1685 gefällt worden waren. Daher muß man davon ausgehen, dass dieser Dachstuhl im Rahmen einer Gesamtsanierung, vermutlich Anfang des 18. Jhdt. erneuert worden ist und nicht aus der Zeit der Entstehung des Nebengebäudes stammt.

(Die Dendrochronologische Auswertung wurde vom Labor für Dendrochronologie der Universität Köln / Institut für Ur- und Frühgeschichte erstellt.)